[rezension] Luciano De Crescenzo – Die Geschichte der griechischen Philosophie

Heute habe ich mal ein Sachbuch für euch, das euch alles erzählt, was ihr über die griechische Philosophie wissen solltet.

...folgt bald

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Klappentext

Luciano De Crescenzo über die mediterrane Art, das Leben zu betrachten; über die Athener von damals und die Neapolitaner von heute. Ein Buch, das beweist, daß nicht die Philosophie langweilig ist, sondern höchstens die, die darüber schreiben. (Quelle: Diogenes Verlag)

Darum mag ich es

Der erste Teil Luciano de Crescendos * Geschichte der griechischen Philosophie erscheint zuerst 1983 in Italien mit einem Band über die Vorsokratiker. 1986 rundete ein zweiter Band die Darstellung des antiken griechischen Denkens ab, in dem er mit Sokrates beginnend die Epoche bis zum Entstehen der neoplatonischen Schule abbildet. Die beiden Bände erschienen je zwei Jahre später in deutscher Übersetzung bei Diogenes. Mit einer zu einem Band zusammengelegten Neuauflage 2016 transportiert der Verlag die antike Weisheit ins 21. Jahrhundert.

Crescendo will vor allem verständlich und unterhaltsam schreiben. In einer geradezu antiakademischen Haltung versucht er, die Philosophie dem einfachen Leser schmackhaft zu machen und die Bedeutung der philosophischen Gedanken in seiner eigenen Lebenswelt zu verorten. Dazu skizziert er die einzelnen Denker je in einem überschaubaren eigenen Kapitel, wobei er Kapitel zu den wichtigsten historischen Umständen und übergreifenden Traditionen einschiebt. In den Darstellungen fasst Crescendo bekannte Anekdoten zu einem meist karikaturhaften Gesamtbild der Philosophenpersönlichkeiten zusammen. Leichtfällig haucht er Thales, Protagoras oder Epikur Leben ein und schafft es die oft skurrilen Werdegänge zum faszinierenden Amüsement zu machen. Natürlich werden auch die wichtigsten Gedanken und Konzepte der Philosophen skizzenhaft gewürdigt.
Die eigentliche Pointe des Buches besteht aber in den Kapiteln, die Crescendo denen über die historischen Persönlichkeiten untermischt. In gleichsam anekdotenhaften Erzählungen schlägt Crescendo die Brücke in die Gegenwart seines eigenen Lebens. Er verbindet dabei die Essenzen, die er den griechischen Autoren entnimmt, und den neapolitanischen way of life in Geschichten über Begegnungen mit Persönlichkeiten seiner Heimatstadt. Dabei legt er etwa einem Schuhmacher, einem Anwalt oder einem Mathematikprofessor eine lebensweltbezogene Interpretation der Klassiker in den Mund. Diese charmanten Geschichten voller Liebe zu Neapel und den Neapolitanern sollen zum Nachdenken über die heutige Bedeutung der uralten Ideen der Philosophie anregen.
Der Charme dieser Erzählungen steht und fällt allerdings mit ebendieser Verbundenheit zu Neapel und Italien. Ohne besondere Verbindung ergreift einen das romantische, aus der Zeit gefallene Bild des Geistes dieser Stadt und ihrer Bewohner kaum. Allerdings tragen die patriotischen Zwischensequenzen zur Leichtigkeit und Lesbarkeit des Buches bei.
Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte ist das Buch nicht, auch lässt bietet das Philosophieren des Autors jenseits der geschichtlichen Überlieferung nicht viel an Tiefsinn. Dafür ist es dem Autor gelungen Spaß an der Sache zu Vermitteln und einen unterhaltsamen Überblick über die Entwicklung der Philosophie der frühen Griechen zu geben.  
Eine gelungene leichte Unterhaltung, die vielleicht dem einen oder anderen die Lust auf mehr erweckt. Und vielleicht ist es auch nicht verkehrt, dem 21. Jahrhundert die antike Weisheit zunächst in solch leichtverdaulicher Manier schmackhaft zu machen.

One comment

  1. Angelika says:

    Es ist mal etwas anderes als ein Roman, am Anfang hab ich mir gedacht, mh, ob ich das wohl verstehe, aber dann doch zum Schluss zu, musste ich feststellen, dass man die Philosophie auch mal von einer anderen Seite betrachten kann.

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