I’m in love with Shakespeare

Schullektüren fand ich immer doof. Diese Meinung behielt ich bis zu dem Tag, als unser Lehrer mir Othello in die Hand drückte. DSC04852  

Als ich damals mit Othello anfing, war das so etwas wie eine Hassliebe. Auf der einen Seite fand ich die Geschichte spannend, auf der anderen Seite musste ich die Zeilen nochmals und nochmals lesen, bis ich sie verstanden hatte. Ohne meinen Lehrer damals wäre ich wohl nie darauf gekommen, dass „the green-eyed monster“ die Eifersucht symobolisiert. Irgendwann schlug mein Hass aber in Faszination über. Ich fand es bemerkenswert wie Shakespeare mit den Worten spielte und schon damals so ein unfassbar großes Vokabular besaß. Ich begann also mehr von ihm zu lesen, traute mich auch an ein paar seiner Gedichte und…verliebte mich in seine Werke. Meine Lieblingsgeschichte ist aber nicht das allseits bekannte Romeo und Julia, sondern bleibt wohl Othello. Ich habe noch längst nicht alle Bücher und Sonnette durch, mein nächstes Projekt wird wohl „A Midsummer Night’s Dream“, das ich in London schon einmal als Theater gesehen habe. DSC04857 Das Problem bei Shakespeare ist: man (oder vielleicht auch nur ich?) braucht seeeehr sehr lange für ein Buch, auch wenn es noch so kurz ist. Ich will die Zeilen ja nicht einfach nur lesen, sondern verstehen. Aber wenn man jedes zweite Wort nachschlagen muss, dauert das eben seine Zeit. Am Schluss ist man dann aber einfach stolz auf sich und wenn man das Stück verstanden hat, kommt es auch sofort auf das Regal der „Lieblingsbücher“. Übrigens sollte man Shakespeare unbedingt auf Englisch lesen, nur so kann man die wahre Schönheit der Texte erkennen und sich ausmalen, was für ein unglaublich kluges Köpfchen dieser Mann aus Stratford-Upon-Avon war. DSC04854
Shakespeare verdanke ich auch mein heutiges Interesse an all den alten Klassikern. Ich dachte mir, dass ich die Lektüren aus der Schule, die ich damals so verabscheut habe, vielleicht noch einmal lesen und mit anderen Augen betrachten sollte. Bei ein paar (darunter Manns Professor Unrat und Lessings Emilia Galotti) war das Kind schon in den Brunnen gefallen und ich konnte mir beim besten Willien nicht vorstellen, mich noch einmal durch die Seiten zu quälen. Ich las aber die Buddenbrooks (ich liiiieeeebe sie), Dürrenmatts Physiker und Der Besuch der alten Dame und beschaffte mir Leonce und Lena von Georg Büchner. Und dann verschlung ich mein ungeschlagenes, absolutes Lieblingsbuch: Emily Brontë: Wuthering Heights.

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