[wanderlust] Brasilien – Insidertipps

2 Wochen waren wir an der Ostküste Brasiliens unterwegs – ein Bericht über Capoeira, eine paradiesische Landschaft und viele Caipirinhas.

Unsere Route führte uns von Rio de Janeiro über Salvador zum Nationalpark Chapada Diamantina und nach einem kleinen Abstecher auf die Ilha Grande wieder zurück nach Rio. Ein Post über die Must-Eats in Brasilien folgt noch, hier nun unsere Tipps für Übernachtungen, Must-Sees und coole Locations.

Hier unser Video zur Reise – Achtung, akute Fernwehgefahr (Ton an!)

 

Rio de Janeiro

Carioca! So werden die Bewohner Rio de Janeiros genannt und außerdem wird in Rio alles, was cool und hip ist, als „Carioca“ bezeichnet. Hier haben wir uns ein Airbnb-Apartment gemietet und waren insgesamt ungefähr 5 Tage hier. Man kann in Rio aber locker 2 Wochen verbringen, da wir längst nicht alles gesehen haben und da man auch einfach bei einer Açai-Bowl im Café relaxen oder bei einem Maracuja-Caipirinha am Strand chillen kann. >Hier unsere Tipps für Restaurants und Bars, die…ihr wisst schon…einfach Carioca sind und die Must-Sees fernab von Zuckerhut und Christus-Statue, die man trotz des Touri-Trubels wegen der unvergesslichen Aussicht nicht missen sollte. Obwohl es überall angeboten wurde – wir haben bewusst keine Tour durch eine Favela gemacht!

Must-Sees

Copacabana und Ipanema Beach

Unbedingt auf den Arpoador Felsen klettern (zwischen Copacabana und Ipanema) und den Sonnenuntergang bei einem Caipirinha genießen.

Copacabana

Aproador

Aproador (2)

Santa Teresa 

Das auf einem Hügel gelegene In-Viertel Rios strotzt nur so vor Künstlern, Villen im Kolonialstil und vermittelt absoluten Bohème-Flair. Wer die Straßenbahn in Lissabon toll findet, sollte mit der kostenlosen bondinho fahren, die von Santa Teresa ins Zentrum führt.

Jardim Botânico und Parque Lage

Alle die einen grünen Daumen haben, oder daran arbeiten einen zu bekommen (so wie ich), sollten unbedingt einen Abstecher in den Botanischen Garten von Rio machen. Der Eintritt kostet gerade einmal 2,50€ und man könnte in dem 140 ha Oase mitten in der Stadt wirklich einen ganzen Tag verbringen – fast 7.000 Pflanzenarten, kleine Affen, die sich majestätisch von Palme zu Palme schwingen, ein japanischer Garten, viele Brunnen und Teiche und Gewächshäuser mit Orchideen, Kakteen und und und. Wer noch nicht genug Park-Luft geatment hat, sollte unbedingt in den kleineren Parque Lage gehen (kostenlos), der sich unweit vom Botanischen Garten befindet und wo es ein Café, mit der wohl schönsten Kulisse der Welt gibt. (mehr dazu unter Locations)

Jardim Botanico (4)

Jardim Botanico (3)

Jardim Botanico (2)

Jardim Botanico (1)

Parque Lage (1)

Escaderia Selaron

250 Stufen, die mit über 2000 Kacheln verziert sind. 1990 begann der chilenische Künstler Jorge Selarón die ramponierte Treppe vor seinem Haus zu verschönern. Anfangs noch belächelt, entwickelte sich die Treppe zur Touristen-Attraktion. Leider ist meistens viel los, sodass es schwierig wird ein Foto zu machen, auf dem keine 10 Leute im Hintergrund stehen. Trotzdem lohnt sich der Ausflug zur Escaderia, die sich in Lapa befindet. Trivia: Der Künstler wurde im Jahr 2013 tot auf der Treppe gefunden, die Umstände sind bis heute nicht geklärt…

Escaleron (2) Escaleron (1)

Locations

Delirio Tropical – In der Salatbar, die es öfters in Rio gibt kann man gut Mittagessen, wenn man mal wieder Lust auf was Gesundes hat. (um die Mittagszeit muss man Glück haben einen Platz zu kriegen, ansonsten einfach eine Schale voll machen und an den Strand setzen)

Bar Urca – Die Bar besticht durch ihre unschlagbare Lage: in der Nähe der Bucht von Urca kann man sich auf die Ufermauern setzen und mit Blick auf die Bucht brasilianische Leckereien und Drinks genießen.

Confeiteria Colombo – Das schönste Kaffeehaus von Rio befindet sich im Herzen des historischen Zentrums und im Inneren des Cafés herrscht fast genauso viel Trubel wie auf den Straßen. Trotzdem ist ein Besuch lohnenswert, wegen der schicken Einrichtung und den leckeren Pasteis.

confe

Plage Café– Wie schon oben erwähnt hat das Café im Parque Lage nicht nur Kaffee und Kuchen zu bieten, sondern auch die wohl schönste Kulisse, die sich ein Café wünschen kann. Leider war es nebelig als wir dort waren, bei klarer Sicht, kann man aber die Christus-Statue erblicken.

Parque Lage (2)

Espirito Santo – super schönes, bunt eingerichtetes Restaurant in Santa Teresa, zwar etwas teurer, aber jeden Reais Wert! Unbedingt auf den Balkon gehen und die Dächer von Santa Teresa blicken…

Palaphita Kitsch – leider haben wir es nicht hierher geschafft, aber die Fotos der Strandbar sehen ziemlich cool aus!

BIBI Sucos – angeblich die beste Acai der Stadt

Shopping Center Rio Sul – wen die Shoppingwut packt, der ist in dieser riesigen Shopping-Mall gut aufgehoben

Salvador da Bahia

Die drittgrößte Stadt des Landes ist eine schöne Abwechslung zum Trubel in Rio. Hier geht alles etwas langsamer und ruhiger zu als in Brasiliens Hauptstadt und trotzdem kann man hier an jeder Ecke das Temperament der Brasilianer fühlen, hören und auch sehen – Capoeira, Livemusik, Sambatänzer. Einst war die Stadt Zentrum des amerikanischen Sklavenmarkts, daher merkt man noch heute die afrikanischen Einflüsse. Am schönsten ist es in der Oberstadt und vor allem in Pelourinho, wo man inmitten von bunten Kolonialhäusern und Barockkirchen die besondere Atmosphäre von Salvador spüren kann.

Salvador

Salvador (1)

Must-Sees

Palácio Rio Branco

Das strahlend weiße ehemalige Regierungsgebäude von Salvador ist schon von außen ein Hingucker, besonders schön ist der Palast aber von innen, vor allem weil man von dem riesigen Balkon aus eine wunderschöne Aussicht auf den Hafen von Salvador hat.

Rathaus Salvador

Elevador Lacerda

Leider kann man (momentan?) nicht nach oben auf die Aussichtsplattform fahren, der Stadt-Aufzug kostet aber nicht viel und ist die beste Möglichkeit von der Ober- in die Unterstadt und wieder zurück zu gelangen.

Elevator

Mercado Modelo

Eigentlich hatte ich in der riesigen Markthalle Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch erwartet. Stattdessen ist der Markt für Touristen da, die sich hier mit Souvenirs eindecken können. 

Barra

Das Viertel Barra liegt etwa 15 Minuten Taxifahrt vom Zentrum Salvadors entfernt und ist ein Muss für Strand-Fans. Hier kann man mit Blick auf den Leuchtturm am Strand relaxen, eine Kokosnuss schlürfen und Acarajé probieren (mehr dazu bald im Must-Eats in Brasilien-Post) Unbedingt bis abends bleiben und den Sonnenuntergang hinter dem Leuchturm genießen!

Barra (2) Barra (4) Barra

Locations

Poró – wir haben es leider nicht geschafft hinzugehen, aber das kleine Restaurant sieht super gemütlich aus

Mama Bahia – leckere Moquecas

Bar Zulu – coole Bar in Pelourinho, probiert die Burger!

Los Ticos – wer in Barra am Strand ist, sollte in den kleinen Laden gehen, der direkt an der Strandpromenade liegt. Dort gibt es leckere Palettas (mehr dazu bald im Must-Eats-Post)

Übernachtung

Pousada Colonial – Frühstück und Räumlichkeiten super, zwar etwas weiter weg vom Zentrum, dafür aber in der schönsten Straße von Salvador, die wir sonst wahrscheinlich nicht entdeckt hätten!

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Pousada Colonial (1)

Pousada Colonial (2)

Bahia Café – Da wir nach dem Nationalpark nochmal in Salvador waren, um zurück nach Rio zu fliegen, haben wir uns nochmal in eine andere Unterkunft eingemietet, direkt im Zentrum, schöne Zimmer und leckeres Frühstück!

♥♥♥♥/♥♥♥♥♥

Nationalpark Chapada Diamantina

Im Herzen von Bahia liegt das „Diamanten-Gebirge“ – weil es hier Diamanten gibt. Vor allem im 19. Jahrhundert wurde die Gegend mit der einzigartigen Berglandschaft von Diamantensuchern besiedelt, wovon man heute aber nicht mehr viel merkt. Wer gerne wandert, sollte auf jeden Fall eine Tour durch den Nationalpark buchen (einfach im Hotel nachfragen). Wir haben zwei Touren gemacht: eine Tages-Tour durch den ganzen Park und eine Halb-Tagestour am Rio Serrano entlang zu einem Natur-Pool mit Wasserfall.

Must-Sees

Lencois

Lencois ist zwar nicht groß und kann nicht mit Sehenswürdigkeiten punkten, allerdings hat das kleine Städtchen so viel Charme, dass man schon rundum zufrieden ist, wenn man durch die kleinen Gassen spaziert, in eines der süßen Cafés einkehrt oder abends die Restaurant-Besitzer beobachtet, wie sie Stühle und Tische auf die Straße zerren und versuchen sie auf dem wackeligen Kopfsteinpflaster zu positionieren.

Lencois

Rio Serrano

Der Fluss liegt nur etwa 20 Gehminuten von Lencois entfernt, trotzdem würde ich empfehlen einen Guide zu nehmen. Wenn man am Fluss entlang wandert, kommt man nach einem kurzen Aufstieg zu einem Naturpool mit einem kleinen Wasserfall, von dem man sich den Rücken massieren lassen kann.

Chapada Diamantina (9)

Chapada Diamantina (1)

Morro do Pai Inácio

Mein Highlight: Auf den 1.120 Meter hohen Berg steigen, von dem man eine herrliche Aussicht auf den ganzen Park hat, und dann den Sonnenuntergang genießen.

Chapada Diamantina (8)

Gruta da Lapa Doce

Die Tropfsteinhöhle ist 800 Meter lang und war wirklich beeindruckend! Einzige Lichtquelle: Unsere Taschenlampen. An einer Stelle hat uns unser Guide gebeten die Lampen für eine Minute auszumachen – völlige Dunkelheit und absolute Stille, ein Wahnsinns-Gefühl, aber natürlich auch ein bisschen unheimlich…

Chapada Diamantina (4)

Chapada Diamantina (5)

Poço do Diabo

Nach einer kurzen Wanderung vom Parkplatz aus erreicht man den „Teufelsbrunnen“, ein großer Wasserfall mit einem Natur-Pool, in dem wir natürlich ein kleines Bad genommen haben.

Chapada Diamantina (2)

Chapada Diamantina (3)

Locations

Andaraqui Sorvetes e Acai – in diesem kleinen Laden gibt es leckeres und vor allem günstiges Acai!Namoranga – dieses Restaurant wurde uns von unserem Guide empfohlen und hat überwiegend vegetarische Gerichte auf der Speisekarte. Wir haben uns den gefüllten Kürbis geteilt…mhhmmm!

Übernachtung

Vila Serrano – absolut nichts auszusetzen und die beste Unterkunft auf unserer Reise! Vor allem das Frühstück war ein Traum!

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Pousada Lencois (1)

Pousada Lencois (3)

Pousada Lencois (4)

Pousada Lencois (5)

Pousada Lencois (2)

Ilha Grande

Nicht weit von Rio liegt diese paradisiesische Insel, die man mit der Fähre von Angra dos Reis, Mangaratiba oder Conceição de Jacareí erreicht – früher ein Gefängnis, heute Touristen-Magnet. Die Insel war natürlich sehr touristisch, aber so ist das nun mal mit schönen Fleckchen, die hat man nie für sich allein. Trotzdem kann man den Insel-Flair spüren, wenn man meistens kein WLAN hat, überall von „Seafood“ die Rede ist, und dir abends am Strand ein riesiger Krebs über den Fuß krabbelt.

Must-Sees

Lopes Mendez Beach

Zum angeblich zweitschönsten Strand Brasiliens kann man (von Abraão) mit dem Boot hinfahren oder man wandert. Wir haben uns für die ca. 3-stündige Wanderung entschieden und ich würde lügen, wenn ich mir bei brütender Hitze und steilem Aufstieg nicht manchmal gewünscht hätte, wir wären mit dem Boot gefahren. Trotzdem werden die Mühen belohnt: mit einem Ausblick auf die Insel und menschenleeren Stränden an denen man vorbeikommt und sich mit einem frisch gepressten Saft erfrischen kann. Der Lopes Mendez Strand selbst ist wirklich paradiesisch und das Wasser ist glasklar. Allerdings hat sich der einstige Geheimtipp wohl rumgesprochen und es war am Nachmittag voller als ich erwartet hätte. Am besten früh kommen um den Strand für sich zu haben!

Ilha Grande (2)

Ilha Grande (3)

Ilha Grande (6)

Lagoa Azul

Wir haben eine Bootstour um die Insel gemacht und (so wie jede Bootstour) an der Blauen Lagune gestoppt, um zu Schnorcheln. Atemberaubende Korallenriffe darf man hier zwar nicht erwarten, aber wir haben ein paar kleine bunte Fische gesehen.

Ilha Grande (7)

Ilha Grande (1)

Locations

Pato Crèpes – Irgendwie gibt es ziemlich viele Crèpes-Läden auf der Insel. Wir haben die von Pato Crepes probiert – am besten teilen, da sie sehr groß und mächtig sind…dann ist auch noch Platz für eine süße Variante zum Dessert.

Jardin – Ziemlich coole Bar mit schöner Einrichtung, Livemusik und leckerem, gesundem Essen! Etwas teurer, aber es lohnt sich!

Havaiana Store – Die Flip Flops der bekannten Marke aus Brasilien gibt es an jeder Ecke zu kaufen und es gibt eigentlich in jeder Stadt einen Havaiana Store. Meistens sind die Preise dort nicht günstiger oder teurer als an der Straße. Wer sicher gehen will, dass er echte Havaianas kauft, sollte besser im Laden einkaufen. Wir waren natürlich öfter in den Havaiana-Läden und haben jedes Mal ewig gebraucht, um uns zwischen den vielen schönen Motiven zu entscheiden.

Übernachtung

Pousada Ouro Verde – kein WLAN, kleine Zimmer und ein wenig weit vom Zentrum, Frühstück und Einrichtung aber top!

♥♥♥♥/♥♥♥♥♥

 

Der *Reiseführer von Lonely Planet war uns auf der gesamten Reise eine große Hilfe. Außer den Sehenswürdigkeiten gibt es zu jeder Stadt genügend Tipps für Unterkünfte, Restaurants, Cafés, Bars und Shops und übersichtliche Stadtpläne. Man kann viel über Brasiliens Geschichte nachlesen, sich informieren, was man unbedingt essen sollte, und wo man seine Tasche besser etwas fester hält. Das kleine Wörterbuch hat uns einige Essenbestellungen erleichtert, außerdem stehen im Reiseführer sogar Busfahrpläne, damit man weiß, wie und wann man von einer Stadt zur nächsten gelangt, und wie lange das dauern wird. Ein super Begleiter auf unserem Abenteuer!

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