[wanderlust] 4 Wochen allein durch Süd-Indien (1)

Nicht noch so eine Selbstfindungstussi…DAS Klischee mit dem man zu kämpfen hat, wenn man sich auf eine Reise nach Indien begibt. Nach dem Studium. Um Yoga zu machen. Meine Reise war trotzdem kein Selbstfindungstrip sondern viel mehr als das. In vier Wochen in denen man quasi allein mit sich rumhängt, hat man eine Menge Zeit nachzudenken und man lernt sich selbst besser kennen als in den 24 Jahren davor.

Indien_Fotor

Ich weiß auch nicht, wann und wieso ich diesen genialen Einfall hatte, meinen Backpack zu schultern und mich auf den Weg nach Indien zu machen. Alleine als Frau, was da alles passieren kann! Zugegeben, etwas abgeschreckt haben mich die negativen Berichte über Indien ja schon. Vor allem die Massenvergewaltigungen haben mir dann doch ein wenig zu schaffen gemacht. Trotzdem bin ich losgezogen (hurra, ich habe überlebt) und will euch nun mal einen kleinen Einblick in meine Reise gewähren.

Hippies in Goa

Mein erstes Ziel hieß Goa. Ich hatte mich entschlossen nur im Süden des Landes zu bleiben, da es hier anscheinend „sicherer“ ist, als im Norden. Goa liegt im Westen und ist eine Region, die von Freigeistern geprägt ist. Freie Liebe und Kommunen habe ich zwar nicht gesehen, den Hippie-Flair der 60er spürt man hier aber irgendwie immer noch.

Gibt man Goa bei der Google-Bildersuche ein, so meint man das Paradies gefunden zu haben. Ist man dann aber dort, so weiß man, dass die Suche nach dem Garten Eden doch noch weitergeht.

Es war schön dort, keine Frage und vor allem der Riesen-Hippie-Flohmarkt in Anjuna hat mir gefallen, trotzdem war es nicht das Indien, das ich kennenlernen wollte. Zu viele Party-Briten, deutsche Rentner und Russen, für die man sich nur schämen muss. Auf der Straße sieht man eigentlich nur Touristen, die wenigen Inder, die man trifft sind sehr westlich und auch die Restaurants und Cafés haben sich auf Pancakes und Pasta spezialisiert. Ich war überrascht, dass es überall WIFI gab, leider hat sich diese Entwicklung noch nicht außerhalb der Grenze von Goa herumgesprochen. Trotzdem hat es mich hier knapp 5 Tage gehalten, da man die neuen Eindrücke, das neue Klima und natürlich den Jetlag erst einmal verarbeiten muss. Mein coolstes Erlebnis war eindeutig die Yogastunde früh morgens unter freiem Himmel. Ein Traum.

Ein Inder hat mir mal gesagt, Goa ist „Indien Light“. Wie Recht er damit hat!

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Strand von Candolim

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Anjuna

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Sehr chilliges Café (German Bakery) in Anjuna

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Mumbai – Ich.bin.geschockt.

Also ich möchte nicht sagen, dass ich schon viel von Asien gesehen habe. Ich war schon in Vietnam und Laos und bin auch dort aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen, aber was ich in Mumbai erlebt habe…naja lest selbst.

Mit einer torbulenten Busfahrt ging es los. In Indien gibt es Nachtbusse, in denen man sogar relativ bequeme „Betten“ hat. Das Deutsche Straßenverkehrsamt würde wahrscheinlich bei deren Anblick einen Lachkrampf bekommen, aber gut. Jedenfalls ging unser Bus mitten in der Nacht kaputt und wir mussten in einen anderen steigen. Naiv wie ich war dachte ich „Oh, das ist aber toll, dass wir sofort einen neuen Bus zur Verfügung gestellt bekommen!“ Der Bus war natürlich rappelvoll.  Schon bevor wir eingestiegen sind.

Einziger Vorteil des Busdesasters war, dass ich dabei 2 Jungs aus Mumbai kennengelernt habe, die sich freundlich bereit erklärt haben, mir am nächsten Tag ein wenig die Stadt zu zeigen. Als ich in Mumbai ankam, schlenderte ich zunächst aber ein wenig allein herum. Mumbai ist unglaublich GROß! So viele Menschen, unzählige Straßenstände, Bretterbuden, Tuktuks und Motorroller. Ich bekam also einen Kulturschock der Extraklasse. Als ich dann aber so durch die Stadt lief, gefiel es mir hier irgendwie, weil ich endlich im „richtigen“ Indien angekommen war. Außerdem gibt es ein paar richtig schöne Gebäude in dieser Riesenstadt. (siehe Fotos) 

Am nächsten Tag war ich dann auf einer Insel, etwa 2 Stunden von Mumbai entfernt (Elephanta Island), auf der es ein paar Höhlen zu sehen gibt. Die fand ich damals schon sehr beeindruckend, bis ich nach Aurangabad kam. (dazu später) Auf der Fähre habe ich gleich noch ein schwules Pärchen aus Hawai kennengelernt, denen ich mich dann anschloss, die Insel zu erkunden.

Wieder zurück in Mumbai, hab ich mich dann mit den Indern aus dem Bus getroffen, die ein AUTO!! hatten. Das bedeutet in Indien eines: sau viel Geld zu haben. Diese anscheinend reichen Inder haben mich dann durch die Stadt kutschiert und mir ein paar schöne Ecken gezeigt, unter anderem das Haus, wo der indische Bollywood-Star Shah Rukh Khan wohnt. Nach 2 Tagen Mumbai ging es dann also weiter nach Aurangabad. ..to be continued

Universität

Universität

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Hauptbahnhof von Mumbai

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Gerichtsgebäude

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Auf dem Weg nach Elephanta Island

5 comments

  1. Auslandslust says:

    Wirklich toller Reisebericht, ziemlich exotisch. Ich habe mich derzeit noch nie so weit in eine völlig andere Kultur hinausgewagt, wenn dann nur Urlaub für 2 Wochen, Indien ist mir ziemlich fremd. Umso schöner, solche Berichte zu lesen, die machen doch Lust, das schöne Land einmal kennenzulernen!

    • Ephraims Tochter says:

      Danke für das Kompliment! Wenn man sich darauf einlässt, dann wird einem Indien gefallen! Und manchmal muss man auch Risiken eingehen, nur so hat man die Chance tolle Sachen zu erleben 🙂

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